Die Saison 2015 geht weiter nach dem 2:6 Auswärtssieg in Langenfeld
Am gestrigen Sonntag fand in Langenfeld die alles entscheidende dritte Partie im Halbfinale der Play-Offs zwischen den Langenfeld Devils und den Düsseldorf Rams statt, nachdem die Düsseldorferinnen vor zwei Wochen in Langenfeld mit 3:9 gewinnen konnten, eine Woche darauf aber wieder in Düsseldorf mit 2:4 gegen Langenfeld unterlagen.

Zum dritten Play-Off-Halbfinalspiel konnte Coach Wilbert auf folgende Spielerinnen seines Kaders zurückgreifen:

Im Tor: Caro Walz

in der Defensive: Kira Riepe / Lina Meder und Maren Krämer / Susanne Schwedt

in der Offensive: Jana Bagusat, Mia Bagusat, Kira Kanders, Jule Klement und Janine Wilbert

dazu im Wechsel Neuzugang Nina Hellmann.

Verzichten mussten die Ramserinnen weiterhin auf die in der Rehabilitation befindliche Nadine Joisten (Schulterverletzung), auf die schwangere Elena Unterlöhner, auf Goalie Nina Heuser (Handverletzung) sowie auf Andrea Lanzl (Eishockey), Vena-Marie Kanters (Eishockey, U18 Nationalmannschaft in Moskau) und Neuzugang Laura Hayen.

Die Partie begann aus Düsseldorfer Sicht erwartungsgemäß; die Devils hatten im letzten Meisterschaftsspiel in Düsseldorf 2:4 und im zweiten Play-Off-Halbfinale ebenfalls 2:4 mit einer mehr als defensiven Taktik gewonnen.
So verwunderte es wenig, dass sich die Langenfelder erneut für die bereits zweimal erfolgreiche Taktik entschieden, auch wenn in der großen Langenfelder Turnhalle des Konrad-Adenauer-Gymnasiums nun gänzlich andere Platzverhältnisse vorherrschen.

Den vielen mitgereisten Düsseldorfer Fans bot sich daher ein bekanntes Bild:

die Ramserinnen feldüberlegen, wieder mit hohem Ballbesitz, dominant in der Spielführung und diesmal wieder – wie vor zwei Wochen im ersten Play-Off-Halbfinale – mit breit angelegtem, tempo- und variantenreichem Angriffsspiel.

Langenfeld hingegen erneut mit einem konsequent und exakt ausgerichteten, auf gleicher Höhe agierenden Dreierriegel in der Defensive, davor eine Spielerin, die bemüht war, die ballführende Düsseldorferin bei der Spieleröffnung zu stören. Bei eigenem Ballbesitz schlugen die Devils den Spielball weit aus der eigenen Hälfte in die Düsseldorfer Spielhälfte und versuchten mit schnellen Tempogegenstößen zum Torerfolg zu kommen, wie sie es bereits in Düsseldorf gezeigt hatten.

Coach Wilbert hatte seine Mannschaft jedoch auf diese erwartete Taktik bereits in der laufenden Woche im Training eingestellt. Vor dem heutigen Spiel trafen sich die Spielerinnen früh in Langenfeld, bereiteten sich akribisch und ausgiebig auf die heutige Partie vor.
Auch eine weitere, ausgedehnte Taktikbesprechung vor Spielbeginn und das Einschwören des Teams untereinander in der Kabine vor diesem entscheidenden dritten Play-Off-Halbfinale hatten gestern eine ganz besondere Bedeutung und nahmen breiten Raum in der Vorbereitung ein.

Und der Aberglaube wurde ebenfalls ein wenig bemüht:

Düsseldorf lief erstmalig wieder mit den in zahlreichen Siegen getragenen roten Trikots der letzten drei Meisterschaftsjahre auf !

Doch nun zurück zum Spiel.

Die Ramserinnen begannen die Partie mit viel Laufbereitschaft, hohem Tempo und vielfachen Torschüssen, gerieten aber in Spielminute 4:51 erstmalig in Unterzahl, die sicher und souverän überstanden wurde.

Danach erhöhten die Ramserinnen den Druck auf den Gegner, doch die Vorstöße in den Langenfelder Slot blieben allesamt stecken, die Devils standen – wie gewohnt – sehr dicht gestaffelt vor dem eigenen Gehäuse und es gab für das Gästeteam noch kein Durchkommen gegen diesen massiven und passiven Abwehrriegel.

So musste das erste Tor aus dem Halbfeld erzielt werden, eine Aufgabe für die Defensivabteilung. Auf Zuspiel von Verteidigerin Susanne Schwedt erzielte dann auch Verteidigerin Maren Krämer mit einem Schlagschuss in Spielminute 08:35 den ersten Düsseldorfer Treffer.

Nach diesem ersten Gästetreffer waren die Hausherrinnen gezwungen, das eigene Spiel etwas offensiver zu gestalten und erste Angriffe in die Düsseldorfer Hälfte vorzunehmen.
Und gleich in Spielminute 09:50 war es Stefanie May, die mit einem Schlagschuss zum Ausgleichstreffer zum 1:1 einnetzen konnte. Düsseldorfs Torfrau Caro Walz war bei diesem Treffer unglücklich die Sicht durch die eigenen Defensivspieler versperrt.

Die Devils setzten gleich nach und kurz darauf – in einem schlechten Düsseldorfer Wechsel – gelang ihnen mit einem weiteren Distanzschuss der 2:1 Führungstreffer.

Coach Wilbert ermahnte sein Team zur Ruhe und Besonnenheit, es gab keinen Grund zur Hektik. Düsseldorf hatte weiterhin hohen Spielanteil und zeigte sich dominant in der Balleroberung und Ball-führung.

Doch so sehr sich die Ramserinnen in den folgenden Minuten des ersten Spielabschnitts um den Ausgleich bemühten, Langenfeld verteidigte wieder wehrhaft mit „Mann und Maus“, so blieb es zur Pause bei der knappen Langenfelder Führung von 2:1.

In der Pause besprach Coach Wilbert noch einmal wichtige Details, ermahnte zur Ruhe und Besonnenheit, zeigte auf, dass das Team über weite Strecken des ersten Drittels die Partie souverän beherrscht hatte.

So begannen die Ramserinnen das zweite Drittel weiter feldüberlegen, bauten mehr und mehr Druck auf des Gegners Tor auf, was die Devils mit zunehmendem, riskantem Körpereinsatz beantworteten und die ersten Langenfelder Strafzeiten zur Folge hatte.

In Spielminute 29:06 war es dann Kira Kanders auf Zuspiel von Sturmpartnerin Jana Bagusat, die in doppelter Überzahl den Ausgleichstreffer erzielte.
Nach diesem Ausgleich setzten die Landeshauptstädterinnen unentwegt nach, sie wollten den Führungstreffer erzielen und zeigten sich engagiert im variantenreichen Angriffs- und Kombinationsspiel. Und bereits in Spielminute 34:14 – in einer sehenswerten und schnell gespielten Kombination – war es am Ende wieder Kira Kanders auf Zuspiel von Kira Riepe, die den Treffer zum 2:3 erzielte.

Mit diesem Ergebnis ging es in die zweite Drittelpause.

Die Partie nach Wiederanpfiff weiter spannend; die Devils hielten an ihrer Taktik fest, sie blieben in einem Dreierriegel vor dem eigenen Tor stehen und hofften und lauerten auf ihre wenigen Tempogegenstöße. Die Ramserinnen hingegen belagerten das Langenfelder Tor und nahmen Torfrau Eva Schmachtenberg und deren Defensivbollwerk unter Dauerbeschuss.

Die Emotionen auf beiden Seiten stiegen an, verständlich, denn schließlich ging es in dieser dritten Partie um den Finaleinzug.

Wer erzielt den nächsten Treffer, schaffen die Devils den Ausgleich oder gehen die Rams mit einem weiteren Treffer in Führung?

Coach Wilbert ließ unbeirrt seine Spielerinnen direkt nach Wiederanpfiff temporeich auf das Langenfelder Tor spielen, alle Spielerinnen schalteten sich in das offensiv ausgelegte Düsseldorfer Spiel ein, doch stets wachsam darauf achtend, nicht mit einem Tempogegenstoß überlaufen zu werden.

Die Devils wurden regelrecht überrannt und überrascht, Düsseldorf kombinierte passgenau und blitzschnell über alle vier Spielerinnen und Jana Bagusat erzielte auf Zuspiel von Kira Kanders den verdienten 2:4 Treffer. Jetzt schien der Weg für die Ramserinnen in die diesjährige Finalserie geebnet zu sein.

Die Ramserinnen weiterhin dominant, selbstbewusst und vor allem feldüberlegen. Die Kombinationen im Angriff liefen immer flüssiger und schneller ab, sodass man den engen Langenfelder Abwehrriegel weiter auseinanderziehen konnte, was wiederum Möglichkeiten zum Eindringen in den Langenfelder Slot bot.

In Spielminute 47:33 sahen die mitgereisten Düsseldorfer Fans dann wieder eine solche durchdachte Kombination, die Kira Kanders auf Zuspiel von Lina Meder zum 2:5 verwandelte.

Die Devils antworteten auf den Rückstand mit zunehmender körperlicher Härte, die von den Ramserinnen ebenfalls angenommen und beantwortet wurde.
So gab es in den nun folgenden Spielminuten des letzten Drittels muntere Strafzeiten auf beiden Sei-ten.

Doch dabei erhöhten die Ramserinnen noch einmal den Druck, zogen das Tempo an und erzielten in Spielminute 52:16 den sechsten Düsseldorfer Treffer, diesmal war es Jana Bagusat auf Zuspiel von Lina Meder nach einer erneuten, sehenswerten Angriffskombination.

Im Anschluss, wie bereits erwähnt, gab es eine Vielzahl von Hinausstellungen auf beiden Seiten.
Hierbei konnten dann die Düsseldorfer Abwehrspielerinnen wieder ihre ganze Routine und Souveränität aufzeigen und darlegen, warum die Ramserinnen auch in diesem Jahr wieder die wenigsten Ge-gentreffer hinnehmen mussten; selbst in doppelter Unterzahl sicherten sie mit Ruhe und Souveränität den inzwischen auf 2:6 angestiegenen Vorsprung. Mit viel Erfahrung und Cleverness wurde die Partie dann zum Ende gebracht und das sichere Ergebnis auch in den letzten Spielminuten nur noch verwal-tet.

Nach der Partie zeigte sich nicht nur Freude, sondern auch Erleichterung; denn die Devils haben den Ramserinnen in dieser Halbfinalserie bestens Paroli geboten, haben – wenn auch durch ihre gewählte Taktik – nicht gerade „schöne Hockeyspiele“ aufkommen lassen, aber dafür umso erfolgreicher gegen die minutenlangen Angriffswellen der Rams mit einem äußerst defensiven Dreierriegel agiert – und in Düsseldorf einen verdienten Sieg im zweiten Halbfinalspiel herausgespielt.
Beim heutigen dritten Spiel hatten die Devils ebenfalls einen sehr guten Start in die Partie, haben nach dem ersten Drittel 2:1 in Führung gelegen.
Die Ramserinnen haben jedoch weiter mit Ruhe und Besonnenheit gespielt, haben hochkonzentriert die taktischen Anweisungen von Coach Wilbert befolgt und umgesetzt, haben besonders im zweiten und dritten Spielabschnitt mit sehenswerten, schnellen und wieder einmal passgenauen Angriffskombinationen den Verteidigungsriegel der Devils entscheidend aufbrechen können.

Dazu haben die Defensivpärchen – gemeinsam mit Goalie Caro Walz, die heute wieder einmal mehr-fach ihre ganze Klasse beweisen konnte und mehrmals aufgezeigt hat, wie wichtig sie für das Düsseldorfer Team ist – auch bewiesen, dass die ganze Routine aus den letzten Jahren sich auch in engen Spielen und Play-Off-Serien auszeichnet.

Die Ramserinnen haben in diesem dritten Spiel als geschlossene Einheit gespielt – haben sich vor dem Spiel bestens vorbereitet und im Spiel bestens unterstützt; auch die Verletzten haben an der Bande und neben dem Platz das Team unterstützt, haben angefeuert und geholfen, wo es nötig war.

Heute haben die Düsseldorferinnen wieder einmal gezeigt, dass sie auch in engen Situation mit Ruhe und Besonnenheit agieren können, dass sie Zuversicht in die eigenen Stärken haben und auch nach neuerlichem Rückstand nicht aufgeben, sondern sich gemeinsam nach vorne spielen und auf die Siegerstraße bringen können.

Damit steht diese Damenmannschaft des ISC Düsseldorf Rams seit 2008 nunmehr 2015 zum siebten Mal (!) im Finale um die Deutsche Meisterschaft !

Am kommenden Wochenende beginnt die Finalserie mit Spiel 1 in Menden, Spieltag und Spielzeit sind noch nicht festgelegt, werden aber in den kommenden Tagen von der ISHD festgelegt.
Somit wird es eine Wiederholung der Finalserie von 2014 geben, allerdings unter anderen Vorzeichen. In diesem Jahr haben die Menden Mambas das erste Heimrecht.

Für die gestrige, wunderbare Unterstützung unserer Düsseldorfer Fans möchte sich das ge-samte Damenteam an dieser Stelle noch einmal besonders bedanken. Ihr habt uns stimmge-waltig und immer zum richtigen Zeitpunkt unterstützt und angefeuert. Es war für uns eine herr-liche Kulisse in des Gegners Halle !

Vielen Dank dafür und wir würden uns freuen, wenn die Rams-Familie auch den weiten Weg nach Menden am kommenden Wochenende auf sich nehmen würde, um uns dort weiter anzufeuern und zu unterstützen. Den Erfolgen der letzten Jahre würden wir auch gerne 2015 noch einen weiteren Titel hinzufügen.

Ach ja, und eh ich es vergesse und hier noch einmal kurz zur Erinnerung:

in den roten Trikots haben wir dann am Ende doch gewonnen !

 

Tore / Assists:
08:35 Maren Krämer / Susanne Schwedt
29:06 Kira Kanders / Jana Bagusat
34:14 Kira Kanders / Kira Riepe
40:45 Jana Bagusat / Kira Kanders
47:53 Kira Kanders / Lina Meder
52:16 Jana Bagusat / Lina Meder
Thorsten Schwedt