6:3 Heimsieg – im direkten Vergleich zu wenig

 

Nach dem schwer erkämpften Auswärtssieg vom letzten Wochenende mit einem absoluten Minikader in Heilbronn, bei dem Coach Kjell Wilbert neben Caro Walz im Tor noch die beiden weiteren Torhüterinnen Nina Heuser und Jule Flötgen als Feldspielerinnen aufbieten musste, sah es beim gestrigen Heimspiel gegen die Spreewölfe aus Berlin personell besser aus.

Zwar sind Captain Nadine Joisten und Kira Kanders weiterhin verletzt und Nina Heuser, sowie Andrea Lanzl fehlten ebenfalls, doch ansonsten konnte Coach Wilbert auf seinen restlichen, kompletten Kader setzen.
Zudem trat Goalie Jule Flötgen nach ihrem Feldspielerauftritt in Heilbronn auch zum gestrigen Spiel erneut als Feldspielerin an.

Zum gestrigen Spiel liefen auf:
Im Sturm:
Interimscaptain Jana Bagusat, Mia Bagusat, Vena-Marie Kanters, Janine Wilbert, Lina Meder und Jule Flötgen.
In der Defensive:
Maren Krämer, Susanne Schwedt, Kira Riepe, Elena Unterlöhner und Jule Klement.
Im Tor stand durchgehend Caro Walz.

Die Spreewölfe aus Berlin waren mit zwei Reihen angereist, die gleich zu Beginn der Partie mit einem hohen Tempo antraten und druckvoll versuchten, den ersten Treffer zu erzielen. Doch Düsseldorfs Defensive war zunächst gut gewappnet, die Positionen wurden stabil gehalten, das Stellungsspiel und die Laufbereitschaft stimmten, sodass die ersten Berliner Angriffsversuche allesamt sicher abgelaufen wurden und Berlin vorerst nicht zum Abschluss kam.

Scheinbar fühlte man sich zu sicher, denn die Ramserinnen zogen immer weiter nach vorn in des Gegners Hälfte – und vernachlässigten dabei das Backchecking zusehends. So konnte Berlins Topscorerin Anja Scheytt in Spielminute 04:32 erstmals die Düsseldorfer Verteidigungslinie überlaufen und im ersten Berliner Angriff mit dem ersten Torschuss auch gleich den ersten Berliner Treffer erzielen.

Man spürte, die Berlinerinnen hatten mit diesem frühen Treffer das Düsseldorfer Konzept ein wenig aus dem „Tritt“ gebracht und die Heimmannschaft musste sich erst einmal „schütteln“, bevor es weiterging.
Vena-Marie Kanters setzte in der 6. Spielminute ein erstes Zeichen, als sie laut hörbar den Spielball an den Außenpfosten des Berliner Gehäuse schoss.

Im Verlauf des ersten Drittels kamen die Ramserinnen immer besser in die Partie, hatten deutlich mehr Spielanteile und Torabschlüsse, aber der zwingende, letzte Pass oftmals zu ungenau, zu verspielt oder einfach zu unplatziert geschossen. Aber man sollte auch nicht unerwähnt lassen, dass die Spreewölfe mit Laura Doria eine ausgezeichnete Torfrau zwischen den Pfosten einsetzen, die unserer Caro Walz in nichts nachsteht.

Auch Caro hat beim gestrigen Spieleinsatz erneut mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie zu den Topgoalies der 1.Damenbundesliga zählt und für die Ramserinnen weiterhin ein sicherer Rückhalt ist.

Berlin verlegte sich im weiteren Verlauf des ersten Spielabschnitts auf das Konterspiel, so kamen sie noch einige Male vor das Düsseldorfer Tor, doch weder auf Düsseldorfer Seite, noch auf Berliner Seite fiel ein weiterer Treffer, es blieb bei dem mageren 0:1 bis zum Pausenpfiff.

In der Pause gab es für die Rams-Damen weitere wichtige taktische Ansagen von Coach Wilbert, es gab auch einige kleinere Umstellungen und die Vorgaben für das nächste Drittel wurden nochmals im Detail besprochen.

Des Trainers Ansagen, Wiederholungen und kleinen Umstellungen zeigten umgehend Wirkung. Frischer, mit viel mehr Elan und noch mehr Laufbereitschaft kamen die Spielerinnen aus der Kabine zurück auf das Feld.

Der höhere Ballbesitz blieb erhalten, doch die Angriffskombinationen wurden nun sicherer, passgenauer und vor allem schneller vorgetragen, der direktere Weg zum Tor des Gegners gesucht.
Und das zeigte Erfolg; Jule Flötgen – auf Zuspiel von Jule Klement – war es dann in Spielminute 23:40, die von rechts einlaufend den Spielball zum 1:1 Ausgleich unter großem Jubel einschieben konnte. Ausgerechnet Goalie Jule Flötgen in ihrem zweiten Feldspielereinsatz erzielte den ersten Düsseldorfer Treffer in diesem Meisterschaftsspiel !

Danach schoben die Ramserinnen förmlich das Spiel und das Tempo an, drängten die Spreewölfe in die eigene Hälfte zurück und fuhren einen Angriff nach dem nächsten. In einer nun folgenden Düsseldorfer Überzahlsituation zeigten die Hausherrinnen aus der Landeshauptstadt, dass sie das schnelle und perfekte Pass- und Kombinationsspiel immer noch sehr gut beherrschen.

Aus der Centerposition verteilte Kira Riepe den Spielball nach links außen zu Vena-Marie Kanters, die den schnellen Pass direkt annahm und sicher und vor allem punktgenau in den Slot weiterleitete, in den Jana Bagusat ebenso schnell einlief und den Treffer zum 2:1 erzielte; da gab es nichts zu verteidigen, das war wieder einmal einer dieser mustergültigen, schnellen Kombinationen, die das Rams-Damenteam in den zurückliegenden Jahren so häufig in dieser Perfektion gezeigt hat und die so manchen Sieg eingeleitet oder untermauert haben.

Nach diesem Führungstreffer setzten die Ramserinnen auch direkt nach; Coach Wilbert forderte von seinen Spielerinnen weiterhin die schnelle Balleroberung, den hohen Ballbesitz, die sichere Ballführung und den direkten Torabschluss.
Die Spielerinnen setzten dies auch entsprechend um; aus einer sicheren Abwehr heraus spielten die Verteidigerinnen variantenreiche Aufbaupässe und zogen sodann mit den Stürmerinnen nach vorn, wechselten sich im Angriffsspiel sicher ab. So erarbeiteten sich die Landeshauptstädterinnen eine Torchance nach der nächsten.
In der 34. Spielminute war es Jana Bagusat, die aus der Feldmitte heraus die Verteidigungslinie der Berlinerinnen durchbrach und über das Feld raste, hinter das Berliner Tor eilte und mit einem Bauerntrick Goalie Doria zum 3:1 überraschte.

In Spielminute 38:58 gerieten die Rams-Damen in Unterzahl, die jedoch zunächst ruhig und konzentriert in der ersten Strafminute von Kira Riepe, Maren Krämer und Elena Unterlöhner behauptet wurde. In der zweiten Strafminute agierten Jana Bagusat, Mia Bagusat und Susanne Schwedt deutlich offensiver und erzwangen ein Bully vor dem Berliner Tor. Das Bully wurde 11 Sekunden vor Drittelpause von Jana Bagusat gewonnen und Mia Bagusat verlängerte mit einem blitzschnellen Schuss mit der Schlägerspitze zum 4:1 Drittelendstand.

Coach Wilbert zeigte sich mit dem Auftritt seines Teams im zweiten Drittel zufrieden, mahnte jedoch, den Rhythmus nun auch in dieser Form beizubehalten und weiter den direkten Weg zum Berliner Tor zu suchen.

Das letzte Spieldrittel begann mit der weiterlaufenden Unterzahl der Rams, die unbeschadet überstanden wurde. Doch nach Ablauf dieser Strafzeit dauerte es nur eine einzige Minute, bis die Ramserinnen erneut in Unterzahl gerieten, in der die Spreewölfe dann auch zum Torerfolg kamen (Spielminute 43:21); 4:2, das war zu wenig aus Sicht der Rams !
Coach Wilbert forderte daher seine Spielerinnen auf, noch mehr Druck auszuüben, die Kombinationen schneller zu spielen und auf jeden Fall weitere Tore zu erzielen.

Das Team setzte diese Vorgaben um; bereits in Spielminute 48:01 war es Kira Riepe, die auf Zuspiel von Vena-Marie Kanters zum 5:2 erhöhte, nachdem die Ramserinnen nun auch mit der gesamten Reihe immer offensiver und druckvoller nach vorn spielten.

In Spielminute 51:54 war es Verteidigerin Susanne Schwedt, die mit einem Schlenzer aus halbrechter Position Goalie Doria prüfte, die den Ball nur abprallen lassen konnte, den Abpraller schob die links neben dem Tor lauernde Jana Bagusat zum 6:2 unhaltbar ein.

Coach Wilbert trieb seine Spielerinnen weiter an, er forderte weitere Torerfolge; in Spielminute 58:56 traf Mia Bagusat leider nur wuchtig die Querlatte, der Ball sprang aber wieder zurück ins Feld.

Die Ramserinnen schnürten die Spreewölfe in der eigenen Hälfte ein, warfen noch einmal alles nach vorn, um einen weiteren Treffer zu erzielen, doch die Berlinerinnen zeigten sich wachsam und Berlins Anja Scheytt konnte den Spielball auf Vanessa Gasde spitzeln, die die weit aufgerückte Düsseldorfer Defensive überlaufen und in Spielminute 59:24 zum Endstand von 6:3 einschießen konnte.

Das Endergebnis spiegelt den Verlauf des gesamten Spiels wieder; die Ramserinnen hatten ab dem zweiten Drittel deutlich mehr Spielanteile, dominierten die Partie auch über weite Strecken, vollzogen sehr viele und vor allem variantenreiche Angriffe. Das Pass- und Kombinationsspiel der Ramserinnen zeigte sich deutlich verbessert und schneller, doch hapert es weiter an der Torausbeute.

Der Sieg gegen die Spreewölfe war ab dem zweiten Drittel zwar ungefährdet und es wurden wertvolle drei Punkte eingefahren, doch aufgrund der Auswärtsniederlage in Berlin (5:9), bei der die Ramserinnen auch nur mit einem verletzungsbedingten Kleinstkader antreten konnten, haben wir im direkten Vergleich mit den Berlinerinnen verloren.
Ob das noch entscheidend sein wird für den weiteren Saisonverlauf und die Playoffs, wird sich daher noch zeigen.

Am nächsten Pfingstwochenende ist die Bundesliga-Meisterschaftssaison jedenfalls erst einmal unterbrochen. Dann findet das traditionelle Summer-Cup-Turnier in Niederheid statt.
Auch in der Damenkonkurrenz erwarten wir wieder namhafte Teams aus dem In- und Ausland.
Die Ramserinnen gehören natürlich nach den traumhaften und bislang unerreichten sechs Seriensiegen von 2009 bis 2014 auch 2015 wieder zum Kreis der Favoriten.

Wir hoffen auf ein reges Zuschauerinteresse an den Pfingsttagen, neben den Spielen ist auch 2015 wieder für ein ausgedehntes Rahmenprogramm gesorgt, bei dem auch die Bewirtung unserer Gäste und Zuschauer nicht zu kurz kommen wird.

Tore / Assists:

23:40 Jule Flötgen / Jule Klement
27:41 Jana Bagusat / Vena-Marie Kanters
33:45 Jana Bagusat / —
39:49 Mia Bagusat / Jana Bagusat
48:01 Kira Riepe / Vena-Marie Kanters
51:54 Jana Bagusat / Susanne Schwedt
Thorsten Schwedt