4:9 Auswärtssieg für Rams-Damen beim Lokalrivalen Langenfeld

 

Für die Rams-Damen ging es beim gestrigen Bundesligaspiel zum direkten Nachbarn und „Lokalrivalen“ auswärts nach Langenfeld.
Coach Wilbert konnte im gestrigen Spiel nach Ablauf der Eishockeysaison erstmals in dieser Inlineskaterhockeysaison 2015 Stürmerin Vena-Marie Kanters im Damenkader einsetzen.
Neben ihr im Sturm der Ramserinnen liefen auf:
Jana und Mia Bagusat, sowie Janine Wilbert.
In der Defensive wurden eingesetzt:
Kira Kanders, Maren Krämer, Jule Klement, Kira Riepe, Susanne Schwedt und zudem Elena Unterlöhner, die in dieser Rolle schon häufiger ein Spiel bestritten hat.
Coach Wilbert konnte so weite Strecken der Partie mit drei Reihen spielen, da er seine vier Stürmerinnen im Wechsel zu den drei Defensivpärchen auflaufen ließ.
Im Tor der Rams stand in allen drei Spielabschnitten Caro Walz, die wieder einmal eine ausgezeichnete Partie spielte und einen sicheren Rückhalt für ihre Mannschaft bot.

Die Devils, die am zurückliegenden Wochenende in Berlin einen 5:13 Auswärtssieg erspielen konnten, zeigten sich bereits vor der Partie siegessicher. Die diesjährigen Startprobleme der Ramserinnen und der hohe Auswärtssieg in Berlin schienen die Teufelinnen euphorisch zu stimmen. Zudem traten die Devils mit einem 18er Kader (!) an, was schon optisch bei der Begrüßung beider Teams die Heimmannschaft und deren Anhängerschaft begeisterte.

Die Partie begann entsprechend schnell und dynamisch. Die Devils spielten mit ihren vier Reihen im schnellen Wechsel und versuchten gleich zu Beginn der Partie, mit Tempo den ersten Treffer zu erzielen.
Doch die Ramserinnen zeigten sich in der Defensive zunächst gut aufgestellt.
Aber bereits in Spielminute 04:12 gerieten die Gäste aus der Landeshauptstadt erstmals in Unterzahl, die unbeschadet überstanden wurde. Als Jana Bagusat von der Strafbank zurück auf das Feld kehrte, füllte Coach Wilbert deren Reihe kurz auf und schon im nächsten Aufbau wurde Jana an der linken Außenbahn angespielt, sie zog mit großen Schritten nach vorn und mit einem Schlagschuss aus vollem Lauf beförderte sie den roten Spielball wuchtig ins obere, rechte Toreck in Spielminute 06:35 zum 0:1.

Nach diesem ersten Treffer versuchten die Ramserinnen, gleich noch einen weiteren Treffer zu erzielen, doch die Devils zeigten sich unbeeindruckt von dem frühen Rückstand und zogen ihrerseits immer wieder mit gefährlichen Kontern vor das Düsseldorfer Tor, ein Treffer fiel jedoch nicht. Die Partie wurde auf der großen Langenfelder Spielfläche schnell und temporeich gespielt – und wurde zusehends härter und körperbetonter.
Dies führte unweigerlich zu weiteren, teils unnötigen Strafzeiten.
In Spielminute 09:50 gab es eine Hinausstellung gegen die Devils, es folgte in Spielminute 11:02 und 11:42 je eine Hinausstellung auf Ramser Seite.

Jetzt standen plötzlich die Defensivspieler im Fokus des Spielgeschehens, nicht etwa die Stürmerinnen.

In dieser schwierigen Spielphase zeigte sich die langjährige Erfahrung eingespielter Defensivpärchen: Maren Krämer und Susanne Schwedt widerstanden dem Anrennen der Devils und boten ein ausgezeichnetes, sicheres 2 gegen 4 Spiel gemeinsam mit Goalie Caro Walz auf und hielten den knappen Düsseldorfer Vorsprung sicher über die gesamte Strafzeit.

Nach Ablauf der Strafzeit gerieten die Devils in Unterzahl und Vena–Marie Kanters netzte im Nachschuss in Spielminute 11:28 zum 0:2 ein.

Im weiteren Verlauf des ersten Spielabschnittes gab es keine weiteren Strafzeiten und die Ramserinnen kamen im Spiel „vier gegen vier“ immer besser in die Partie, fanden besser zum eigenen Spiel und zum eigenen Rhythmus.
Offenkundig fühlte sich die Gästemannschaft aus der Landeshauptstadt dadurch aber zu sicher, denn plötzlich fehlte in einigen Spielphasen die Zuordnung, die Spielerinnen zeigten sich zu nachlässig, was die Devils auch prompt auszunutzen wussten:

In Spielminute 17:43 und in Spielminute 19:01 kamen sie zu zwei Treffern, sodass der erste Spielabschnitt mit einem 2:2 endete.

In der Drittelpause verdeutlichte Coach Wilbert seinen Spielerinnen, künftig von der Strafbank fernzubleiben. Das Spiel „vier gegen vier“ lief für die Ramserinnen gut, die Probleme im ersten Drittel waren eigenverschuldet und ausschließlich durch die viel zu häufigen Unterzahlsituationen bedingt.

Zwar standen die Specialteams in Unterzahl zur vollsten Zufriedenheit des Trainers, doch schwächten die Hinausstellungen das Angriffsspiel des Deutschen Meisters unnötig.

Im zweiten Drittel musste also einiges verändert werden. Doch zunächst machten die Ramserinnen da weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten und gerieten in Spielminute 22:01 gleich wieder in Unterzahl, die jedoch ebenfalls unbeschadet überstanden wurde.
Danach zeigten sich die Düsseldorferinnen endlich aufgeweckter, waren präsenter auf dem Platz, zogen druckvoller vor des Gegners Tor und setzten sich immer mehr in der Partie durch. In Spielminute 27 war es Kira Kanders, die mit einem Schlagschuss leider nur den Torpfosten traf, aber dies klang wie ein Weckruf.
Coach Wilbert stellte nun für den Rest des zweiten Drittels auf zwei Reihen um.

Vena-Marie Kanters konnte sich in Spielminute 28:32 entscheidend im linken Eck der Spielfläche durchsetzen und den Ball behaupten, zog sodann nach innen vor das Tor und netzte unhaltbar zum 2:3 ein.
Die Ramserinnen hatten nun deutlich mehr Ballbesitz, erkämpften sich schnell und sicher den Ball beim Gegner, ließen den roten Spielball sodann gewohnt schnell und vor allem passgenau in den eigenen Reihen laufen und erspielten sich damit weitere Torchancen.
In Spielminute 32:30 war es erneut Vena-Marie-Kanters, die von rechts außen einlaufend quer durch den Slot passte und mustergültig Kira Riepe anspielte, die neben dem linken Torpfosten lauerte und zum 2:4 einschieben konnte.
Und die Düsseldorferinnen setzten weiter nach, druckvoll ihr Spiel, schnell und passgenau der Aufbau und das Zuspiel. Endlich sahen die zahlreichen Düsseldorfer Zuschauer wieder ein variantenreiches Angriffsspiel ihrer Damen, aber auch körperliche Präsenz, Kampfbereitschaft, der Wille, jedem Ball nachzusetzen und zu behaupten.
Die Devils wurden in der eigenen Spielhälfte festgesetzt, konnten nur noch reagieren und mussten sich voll und ganz auf ihre Defensivarbeit konzentrieren.
In Spielminute 35:52 war es dann ein weiteres Mal Vena-Marie Kanters, die nun auf Jana Bagusat passte, die im Slot im Nachschuss den Treffer zum 2:5 erzielte.

Mit diesem Ergebnis endete auch das zweite Drittel. Coach Wilbert zeigte sich mit dem Auftreten seiner Mannschaft im zweiten Spielabschnitt deutlich zufriedener, hier hatte die Mannschaft alles richtig gemacht.

Nun galt es im letzten Spielabschnitt, diesen Rhythmus, die Spielsicherheit, den guten Spielaufbau und das variantenreiche Angriffsspiel aus einer sicheren Abwehr heraus beizubehalten.
Doch nach Wiederanpfiff der Partie waren die Ramserinnen in Spielminute 41:21 noch nicht mit voller Konzentration bei der Sache, die Zuordnung im Slot der Düsseldorferinnen stimmte ein weiteres Mal nicht und so kamen die Devils zu einem verdienten 3. Treffer.

In Spielminute 47:15 gab Elena Unterlöhner ein direktes Zuspiel quer vor das Devils-Tor und Jana Bagusat konnte im Nachschuss zum 3:6 einnetzen.

Kurz darauf, in Spielminute 48:21, erneut der gleiche Fehler auf Düsseldorfer Seite:
die Zuordnung in der Defensive ein weiteres Mal nicht passend und so kamen die Hausherrinnen zum 4:6 heran, der Jubel in der Langenfelder Halle riesengroß.

Die Partie gewann jetzt weiter an Fahrt und Dynamik, die Ramserinnen zeigten sich fortan beherrschend im Spielaufbau und der Ballbehauptung.
Nun endlich dominierten sie die Partie und spielten mit sicherer Zuordnung aus der eigenen Hälfte heraus. In Spielminute 50:05 war es Kira Riepe, die von links kommend Vena-Marie Kanters am rechten Torpfosten anspielte und Vena schob sicher zum 4:7 ein.
Auch die folgende Düsseldorfer Unterzahl überstand das Gästeteam unbeschadet, wieder komplett erzielte Elena Unterlöhner wenig später auf Zuspiel von Vena-Marie Kanters den Treffer zum 4:8 in Spielminute 57:10. Elena Unterlöhner hatte am rechten Torpfosten auf den sicher zugespielten Querpass von Vena-Marie gelauert und direkt ins untere rechte Eck eingenetzt.

Den Schlusspunkt unter die Partie setzte folgerichtig Vena-Marie Kanters selbst, als sie auf Zuspiel von Jana Bagusat in Spielminute 59:18 in Düsseldorfer Überzahl zum 4:9 Endstand einschießen konnte.

FAZIT:

Im ersten Drittel haben sich die Ramserinnen durch die vielen Unterzahlsituationen unnötig selbst Probleme geschaffen.
Das Spiel „vier gegen vier“ lief deutlich besser.
Bei den beiden Gegentoren im ersten Spielabschnitt fehlte schlichtweg die Zuordnung.
In Unterzahl haben die Specialteams ausgezeichnet agiert und sehr gut gestanden.

Im zweiten Spielabschnitt hat die Mannschaft alles richtig gemacht. Sicheres Defensivverhalten, guter Spielaufbau, schnelles und passgenaues Zuspiel, variantenreiches Angriffsspiel, sehr gute Ballbehauptung und der Wille, keinen Ball verloren zu geben haben uns in diesem Spielabschnitt in der Partie deutlich nach vorn getragen.

So konnte das letzte Spieldrittel sicher und kontrolliert zu Ende gespielt werden und am Ende ein verdienter 4:9 Auswärtssieg eingefahren werden.

Vena-Marie Kanters hat nach der Eishockeysaison in der Inlineskaterhockeysaison 2015 beim gestrigen Spiel ihren ersten Einsatz für die Rams-Damenmannschaft gehabt.
Gestern zeigte sie einen guten Einstand, Vena war an 7 von 9 Düsseldorfer Toren beteiligt und sie bestätigte mit diesem ersten Spieleinsatz auch den Eindruck, dass im weiteren Saisonverlauf noch Luft nach oben ist und einiges von ihr zu erwarten ist.

Das Düsseldorfer Angriffsspiel hat sich jedenfalls in den beiden zurückliegenden Partien gegen Kaarst und gestern in Langenfeld deutlich verbessert gezeigt. Es gilt, nunmehr weiter Konstanz in den Spielrhythmus zu bringen, was jedoch aufgrund der personellen Engpässe des Kaders in den kommenden Wochen schwierig sein wird.

Am 09.05.2015 geht es für die Ramserinnen nach Heilbronn. Am gestrigen Spieltag haben die Dauerkonkurrenten Menden Mambas gepatzt, da sie zuhause in Menden gegen die Crash Eagles aus Kaarst knapp mit 3:4 verloren haben. Momentan haben sich dadurch die vermeintlichen Top-Konkurrenten gegenseitig der Punkte beraubt und die Damenbundesliga spielt derzeit hins. der erspielten Resultate „ein wenig verrückt.“

Man darf gespannt sein, was der weitere Saisonverlauf noch an Überraschungen liefert.

Tore / Assists:

06:35 Jana Bagusat / —
14:28 Vena-Marie Kanters / Jana Bagusat
28:32 Vena-Marie Kanters / —
32:30 Kira Riepe / Vena-Marie Kanters
35:52 Jana Bagusat / Vena-Marie Kanters
47:15 Jana Bagusat / Elena Unterlöhner
50:08 Vena-Marie Kanters / Kira Riepe
57:10 Elena Unterlöhner / Vena-Marie Kanters
59:18 Vena-Marie Kanters / Jana Bagusat
Thorsten Schwedt