Am Wochenende des 2./3. Dezember 2017 gewannen die Schüler der Düsseldorf RAMS mit 35 geschossenen Toren, bei nur 7 Gegentoren, den Titel des Deutschen Meisters im Inline-Skaterhockey 2017. Zugleich qualifizierte sich das Team für die Europameisterschaft 2018 in Dänemark.
Zugegeben, diese beiden Nachrichten sind zwar noch frisch, aber, dank der freundlichen Social Media Aufmerksamkeit und dem Bericht auf der Seite der Sportstadt Düsseldorf, nicht mehr neu. Trotzdem.  Wir haben das Team auf dieser Seite die ganze Saison über begleitet und wollen es uns nicht nehmen lassen, dieses sensationelle Ereignis noch mal aus der „Beteiligten-Sicht“ aufzuarbeiten.
Das Team der RAMS Coaches Nils Worrings und Simon Nowak reiste mit der Empfehlung des Vize-NRW- Meister und Vize-Pokalsiegers an die Spree. Trotzdem sah man sich nicht als Titelaspirant und hätte ein Abschneiden unter den ersten vier Teams des Turniers bereits als Erfolg gefeiert. Dementsprechend unaufgeregt ging es für die Eltern und Spieler am Freitag den 1. Dezember auf die total verstopfte Autobahn nach Berlin.
Rückblickend könnte die Erfolgsformel des Wochenendes „20/40“ lauten. 20 Meter breit und 40 Meter lang ist die Trainingshalle der RAMS in Düsseldorf. Und diese Größe schien auch auf die Halle in Berlin zu passen, so daß es für das Team keine Anpassungsschwierigkeiten an die Halle gab.
Der erste Gegner bei der Deutschen Meisterschaft für die RAMS waren die Nasenbären aus Rostock. Das Spiel endete nach 2 * 12 Minuten mit 10:0 zugunsten der Mannschaft aus NRW. In diesem Spiel kamen alle 18 Spieler der RAMS zum Einsatz. Da ein dritter Torwart nicht benötigt wurde kam Lahja Kühn in der Verteidigung zum Einsatz, wo sie ihre Sache gut machte. Die anderen Neu-Schüler Luke Kubel und Neele Schürmann wirbelten im Sturm die Verteidigung der Nasenbären gehörig durcheinander.
 
Der zweite Gegner am ersten Turniertag waren danach die Deggendorf Pflanz aus Bayern, die zuvor mit einer 2:4 Niederlage gegen den Gastgeber aus Berlin einen eher schlechten Start hinlegten. Dieser Start wurde aber auch durch das Spiel gegen die RAMS nicht besser, die das Spiel mit 3:0 Toren für sich entscheiden konnten. Im Laufe des Turniers legten die Bayern dann zu und konnten unter anderem den Bissendorf Panther ein Unentschieden abringen.
4:0 Punkte bei 13:0 Toren nach zwei Spielen war ein beruhigendes Polster für die Schüler der RAMS, denn die großen Gegner sollten jetzt noch kommen: Red Devils Berlin, Crash Eagles Kaarst und die Bissendorf Panther.
Das Spiel gegen die roten Teufel aus Berlin gestaltete sich zunächst schwierig. Die RAMS fielen kurzzeitig wieder in alte Muster zurück und vergaben eine gute Chance nach der anderen. Statt wie in den ersten Spielen den Ball und Gegner laufen zu lassen, wurde das Spiel zunehmend von Einzelaktionen bestimmt. Am Ende wurde das Spiel trotzdem verdient mit 1:0 gewonnen. 6:0 Punkte und 14:0 Tore nach drei Spielen. Nicht schlecht, aber man wußte, daß es so nicht bleiben würde.
Um 16:35 Uhr kam es dann zum Showdown mit den Crash Eagles aus Kaarst, ein Gegner auf den die RAMS in sechs vorhergehenden Begegnungen keinen Zugriff gefunden hatten. Sechs Versuche, sechs Niederlagen im Vorfeld waren nicht gerade beruhigend für die Nerven des Düsseldorfer Anhangs.
Nils Worrings stellte die Mannschaft zunächst nicht um und agierte mit drei Blöcken. Im Verlauf des Spiels erarbeiteten sich beide Teams gute Chancen. Wie auch in den vorhergehenden Spielen gegen die RAMS waren es die Kaarster, die mit 1:0 in Führung gingen. Anders als in der Liga blieb bei den Düsseldorfern das große Flattern aus und das Team ließ kein weiteres Tor mehr zu. Stattdessen schlugen die RAMS zurück, so daß am Ende ein 1:1 auf der Uhr stand.
Da die Bissendorf Panther zuvor gegen Deggendorf Planz ebenfalls 1:1 spielten konnten die NRW Hauptstädter mit diesem Ergebnis gut leben. Nach dem vierten Spiel verzeichneten die Widder somit 7:1 Punkte bei 15:1 Toren.
Zum Tagesabschluß kam es dann zu der Begegnung mit den Panthern aus Bissendorf. Die RAMS begann das Spiel mit einem Powerblock aus Senior Spielern des Teams. Wie bereits im ersten Ligaspiel in Bissendorf führte diese Umstellung nach nur wenigen Minuten zum Erfolg. 1:0 für die RAMS. Der Coach stellte jetzt wieder auf drei Blöcke um und ließ das Tempo forcieren.
2:0 hieß es kurze Zeit später und die RAMS schienen plötzlich das Maß aller Dinge zu sein.
Die Bissendorfer waren aber noch nicht geschlagen und arbeiteten sich wieder heran. Kurz vor Schluß stand es dann plötzlich 2:2.  Erinnerungen an das Spiel der Crash Eagles gegen Bissendorf wurden wach, denn da siegten die Bissendorfer nach einem 0:2 Rückstand noch mit 3:2.
Als beide Mannschaften sich kurz vor Schluß auf ein 2:2 einzustellen schienen kamen die Düsseldorfer mit einem Konter noch mal gefährlich vor das Tor der Niedersachsten und erzielten dann doch noch den verdienten 3:2 Siegtreffer.
„3 Punkte aus den beiden Spitzenspielen, wie geil ist das denn“ bejubelte der Düsseldorfer Anhang die Ausbeute des ersten Tages. Mit 9 Punkten führten die RAMS die Platzierungstabelle an. 2 Punkte dahinter dann die Crash Eagles aus Kaarst und die Mannschaft aus Bissendorf. Zum ersten Mal kam der Gedanke auf, daß man das in Berlin vielleicht doch rocken könnte.
Wenn das letzte Qualifizierungsspiel gegen die glücklosen Polarsterne aus Potsdam am Sonntag gewonnen würde, wäre man auf Platz 1 und würde im Halbfinal wahrscheinlich auf die Devils aus Berlin oder Deggendorf Pflanz treffen. Das Erreichen des Finales schien plötzlich machbar.
Trotzdem traute sich am Abend noch niemand über den Titel zu sprechen. Das Team hatte eine klasse Leistung gezeigt. Die Frage aber stand im Raum, on sich das am Folgetag wiederholen ließ.
8:0 hieß es dann am Sonntag am Ende des Spiels gegen die Polarsterne aus Potsdam. Auch in diesem Spiel kamen alle 18 Spieler zum Einsatz. Lahja Kühn schoß in diesem Spiel ihr erstes Schüler Tor durch einen Freistoß aus fünf Metern Entfernung zum Tor. Da Lahja nächste Saison bei den Schülern im Tor stehen wird, wohl eine einmalige Sache.
Nach diesem Spiel hieß es dann endgültig „Platz 1 für die RAMS in der Vorrunde!“. Die Vorrunden Tabelle stellte sich auf den ersten vier Plätzen wie folgt dar
  1.  Düsseldorf RAMS
  2.  Bissendorf Panther
  3.  Crash Eagles Kaarst
  4.  Red Devils Berlin
Durch dieses sensationelle und unerwartete Abschneiden gingen die RAMS den Bissendorf Panthern und den Crash Eagles aus Kaarst im Halbfinale erst mal aus dem Weg.
Im ersten Halbfinale standen sich die Mannschaften aus Kaarst und Bissendorf zum zweiten Mal während dieses Turniers gegenüber.  Kaarst ging mit 1:0 in Führung. Beide Mannschaften schenkten sich in diesem sehenswerten Spiel nichts und es entwickelte sich eines der besten Spiele dieses Turnieres. Bissendorf kam in der 2. Hälfte mit dem 1:1 wieder ins Spiel zurück, so daß jetzt auch die Spannung auf Kaarster Seite zunahm. Kurz vor Schluß kam dann das Aus für das Team aus NRW, als Bissendorf – nicht unverdient – das 2:1 erzielte.
Wenig später starteten die RAMS schlecht in das eigene Halbfinale gegen die Red Devils aus Berlin. Der Gastgeber konnte bereits in den ersten Minuten mit 1:0 in Führung gehen. Die Halle tobte und der Berliner Anhang witterte die Sensation.
Die Euphorie wurde dann aber doch recht zügig wieder zurückgefahren als das Team aus Düsseldorf zum 1:1 ausgleichen konnte und kurz darauf mit 2:1 selbst in Führung ging. Wie bereits am Vortag erwischten die RAMS auch am Final Tag einen guten Tag. Das Team spielte klug und wenig eigensinnig. Beim Stande von 4:1 für die Widder gelang den Berlinern noch mal der Anschluß zum 2:4. Jetzt kam der 6. Mann ins Spiel.
Gesang gegen Trommeln. „Düüsssellldooorf“, „Düüsssellldooorf“ klang es nun immer lauter wie schon am Vortag. 5:2 hieß es kurze Zeit später und das Finale war zum Greifen nah. Zwar kamen die Devils noch mal auf 3:5 heran, allerdings war der Drops zu diesem Zeitpunkt auch schon gelutscht. Die RAMS standen im Finale!
Als einziges Team ungeschlagen und mit 26:3 Toren aus der Vorrunde kommend hatte sich das Team von Nils Worrings und Simon Nowak die Favoritenrolle für das Finale erarbeitet.
Das sogenannte kleine Finale zwischen den Crash Eagles aus Kaarst und den Red Devils aus Berlin war hochklassig. Nach 2*15 Minuten hieß es 2:2, so daß ein Penalty Schießen die Entscheidung bringen mußte. Im 4. Durchgang waren es dann die Gastgeber, die sich durchsetzen konnten und den dritten Platz für sich sicherten.
Das letzte Spiel des Tages hieß dann Düsseldorf RAMS gegen Bissendorf Panther. Die Halle schien dabei gefühlt, akustisch und tendenziell auf Seiten der Panther zu sein. Nun gut. Die RAMS hatten schließlich dem Gastgeber die Tür zum Finale zugeschlagen.
Allerdings konnte sich der Düsseldorfer Anhang auch in diesem Spiel immer wieder akustisch mit „Düüsssellldooorf“, „Düüsssellldooorf“, „Düüsssellldooorf“, „Düüsssellldooorf“ bemerkbar machen und dagegen halten. Ein sattes unentschieden auf den Rängen, da mußte der Meister auf dem Spielfeld ausgespielt werden.
Nils Worrings, der Coach der Widder, wirkte zu Beginn angespannt. Die Anspannung wich aber schnell, als die RAMS das 1:0 erzielten. Und wieder folgte dem 1:0 das 2:0. Was in der Saison nicht immer so klappen wollte, bei der Deutschen Meisterschaft klappte es. Die mit zwei Blöcken agierenden Panther hatten anfangs etwas Probleme dem Druck der Düsseldorfer dauerhaft Stand zu halten. Allerdings blieb es die ganze Zeit über eine Partie auf Augenhöhe. Lediglich Blutdruck-Messungen beim Anhang beider Mannschaften hätte sicher zu einem sofortigen Spielabbruchs geführt.
Als die Bissendorfer zum 1:2 verkürzten war das Spiel dann auch wieder offen. Spannung pur und ein Spiel, das es wirklich verdient hatte das Endspiel zu sein. Beide Teams erarbeiteten sich gute Chancen. Das Glück des Tüchtigen führte schließlich zum 3:1 für die Düsseldorfer. „Fortuna Düsseldorf“ in Berlin.
Die Halle, die sich eine Niederlage der bis dahin unbesiegten Düsseldorfer gewünscht hatte, wirkte versteinert. Für einen Moment war nur noch „Düüsssellldooorf“, „Düüsssellldooorf“, „Düüsssellldooorf“, „Düüsssellldooorf“ zu hören. Die Panther gaben sich nicht geschlagen und versuchten den Druck auf das Gehäuse der RAMS noch mal aufzubauen. Mit einem Anschlußtreffer wäre alles wieder offen gewesen.
Allerdings hielten die Nerven der Düsseldorf RAMS. 4:1 hieß es dann kurz vor Schluß und die Panther mußten einsehen, daß das Spiel verloren war. „Los holt Euch den Titel“ war dann die letzte Coaching Anweisung von Nils Worrings 30 Sekunden vor Schluß. Und wie schon bei den 7 vorhergehenden Spielen folgte die Mannschaft dem Trainer: Sieg. Titel, „Düüsssellldooorf“, „Düüsssellldooorf“.
Ein Bericht ohne die Nennung der Torschützen? Ja. Das Schüler Team der RAMS hat über zwei Tage eine klasse Leistung gezeigt und sich auf dem Feld und auch außerhalb stets als Mannschaft präsentiert. Und da soll diese Zusammenfassung keinen Unterschied machen. Glückwunsch an alle Beteiligten, die Mannschaft, den Trainern, den Betreuern und den Eltern samt Anhang.
Vor wenigen Wochen, nach dem ersten Play-off gegen Kaarst, beendete ich die Zusammenfassung an dieser Stelle mit.
„Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.“  – Oscar Wilde (1854 – 1900)
An diesem 3. Dezember war alles gut. Ende.
An dieser Stelle bedanken wir uns bei den Gastgebern, den Red Devils aus Berlin, für die sehr gute Organisation und Durchführung des Turniers.
Unsere Anerkennung, unser Respekt und Dank geht auch an die anderen Mannschaften des Turniers. Die meisten Spiele fanden auf Augenhöhe statt und lieferten spannende und durchweg faire Momente die den Zuschauern noch lange in Erinnerung bleiben.
Der „Angstgegner Crash Eagles Kaarst“ und der vermeintlich „Dauerzweite RAMS“ sind in Berlin übrigens Freunde geworden. Beide Teams wohnten unter einem Dach im Jugendgästehaus Lichterfelde (Ju.Li) und vebrachten abends viel Zeit miteinander. Auch das ist Hockey!
Zum Schluß, und lediglich der Chronistenpflicht wegen: Wie üblich wurde am Ende des Turniers das All-Star Team gewählt. Auch wenn es einige unserer Spieler verdient gehabt hätten, wurde kein Düsseldorfer bei dieser Wahl berücksichtigt. Wir können darüber lächelnd hinweg sehen da bei diesem Turnier nicht der Beste des Teams gesucht wurde sondern das beste Team. Und das kam aus „Düüsssellldooorf“, „Düüsssellldooorf“. Trotzdem, Glückwunsch an das All-Star Team. Geht schon in Ordnung so.
Es spielten:  Maya Radocaj, Paul Hilgers, Malte Saßmannshausen, Erik Nimphius, Simon Benthake, Carolin Baur, Paul Boje, Philipp Müller, Felix Schürmann, Mick Kubel, Moritz Epping,
Miko Kühn, Henry Peters, Lennard Walbröl, Paul Berling, Luke Kubel, Neele Schürmann, Lahja Kühn.
An der Bande standen: Nils Worrings, Manni Epping und Simon Nowak (nicht im Bild)
Autor: Teamleitung.